Erneutes Update-Desaster: Joomla 1.0.7 ist da
15.01.2006

Nach einer kurzen Panne ist Joomla 1.0.6 soeben noch einmal veröffentlicht worden. Wer den ersten Download erwischt hat, sollte ihn wegwerfen und noch einmal herunterladen.

Wie immer gilt: Vor Installation der neuen Version auf einer produktiven Website am besten erst einmal ein paar Tage abwarten und die Foren auf potentielle Probleme scannen. In der Zwischenzeit kann man das Release auf einer Testinstallation schon einmal auf Herz und Nieren prüfen.

Update: Der erste schwere Bug ist schon wenige Minuten nach Erscheinen bekannt. Beim Abspeichern der Global Configuration über den Administrationsbereich wird das Datenbankpasswort geleert; damit ist die Website nicht mehr funktionsfähig. Über das Durchrutschen eines solchen "Showstoppers" - wie man im Projektgeschäft sagt - ins Release kann man wirklich nur noch den Kopf schütteln.

Update 2: Soeben wurde Joomla 1.0.7 veröffentlicht, das diesen Bug beheben soll - zusammen mit einer Entschuldigung von Rey Gigataras.

 
Werbespot-Analyse
14.01.2006

In unserem Katzenforum gibt es - wie in fast jeder Community - auch einen Offtopic-Bereich, und neben einigem Smalltalk finden sich dort manche wahre Perlen. Unser Freund Gert hat diesmal wieder zugeschlagen und liefert erstklassige Analysen zu bekannten Werbespots ab. Zwerchfellerschütternd!

 
Lesetipp: Über Stiftungen und Open Source-Software
13.01.2006

Wir erinnern uns: Das ganze Drama um Mambo und Joomla entstand aus dem Streit über die Mambo Foundation und den dahinterstehenden Sponsor Miro; seinerzeit hatte ich ausführlich darüber berichtet - und auch darüber, wie Stiftungen den passenden Überbau für Open Source-Projekte schaffen können.

In der aktuellen "Linux Professionell" 1/2006 finden sich zwei interessante Artikel zu genau diesem Thema:

  • In "Inside Open Source" auf Seite 22 wird über das Verhältnis zwischen OpenOffice.org und Sun, Debian und HP und weitere Kooperationen berichtet. Als Beispiel wird insbesondere die Dualität zwischen freien Community-Versionen und kostenpflichtigen Enterprise-Versionen genannt - wie etwa bei RedHat, Fedora und Suse.

    Als Fazit wird herausgestellt, dass sowohl Sponsoren als auch Anwender von dieser Vorgehensweise profitieren können - aber auch, dass die Geldgeber einen nicht unbeträchtlichen Einfluss auf die Weiterentwicklung erlangen können.
  • In dem sich auf Seite 24 anschließenden Artikel "Gute Zusammenarbeit" kann man ausführliche Erfahrungsberichte von Insidern zweier solcher Projekte - OpenOffice.org und OpenSuse - nachlesen. Hier werden Einblicke in Aspekte wie Mitspracherecht der Community, Qualitätssicherung und Kommunikation gegeben.

Für Interessierte sind die beiden Artikel lesenswert. Übrigens ist es mir bei einer kurzen Recherche nicht gelungen, einen eigenen Internetauftritt der "Linux Professionell", die von VNU herausgegeben wird, ausfindig zu machen.

 
Instant-Webserver-Pakete - und warum ich sie nicht mag
13.01.2006

Seit einigen Jahren gibt es - meist für die Windows-Plattform - fix und fertige Webserver-Pakete zum Herunterladen, die in der Regel eine vorbereitete Zusammenstellung von Apache, PHP, MySQL, Perl und manchmal noch weiteren Komponenten darstellen. Ich selbst habe vor Jahren mit einem solchen (mittlerweile veralteten) Paket namens FoxServ  meine ersten Schritte unternommen. Eine schöne Sache für Einsteiger: Manche solcher Pakete wie z.B. XJ! sind sogar schon speziell für Joomla vorbereitet. Sie ermöglichen es ihnen, sehr schnell und ohne in technische Details einsteigen zu müssen, lokal eine lauffähige Joomla-Seite zu bauen. Das senkt die Einstiegshürde.

Und genau das ist der Knackpunkt, denn das böse Erwachen kommt später. Wer mit einem solchen "Instant-Paket" arbeitet, der kratzt - technisch gesehen - nur an der Oberfläche und entwickelt kein Verständnis für die Zusammenhänge. Dieses Verständnis ist aber spätestens dann nötig, wenn der liebevoll entwickelte Auftritt nun ins Web gestellt werden soll. Ein Joomla-Administrator muss sich zwangsweise mit der grundsätzlichen Funktionsweise der Server-Komponenten auseinandersetzen - oder sich Hilfe holen, weil auf dem Webserver eben nicht das gleiche vorkonfigurierte Paket läuft. Und die diesbezüglichen Hilferufe sehen wir tagtäglich in den Joomla-Foren.

Darüber hinaus gibt es eine weitere spezielle Problematik bei vielen "Instant-Paketen": Die Versionen der verwendeten Komponenten. Oft wird als Werbeargument angeführt, dass das Paket die allerneuesten Versionen von Apache, PHP und MySQL enthält. Das suggeriert höchste Aktualität und beste Leistungsfähigkeit.

Schade nur, dass damit oft auch die neuesten Bugs enthalten sind - und die Kompatibilität zum produktiven Webserver weiter abnimmt. Denn kein Hosting-Provider, der bei klarem Verstand ist, installiert sofort nach Erscheinen die neuesten Versionen - es sei denn, ein akutes Sicherheitsproblem zwingt ihn im Einzelfall dazu. Vielmehr werden Webserver auf Stabilität ausgelegt und verwenden über lange Zeit erprobte Versionen von Apache, PHP und MySQL - die Release-Politik von Debian ist hier ein (vielleicht etwas extremes) Beispiel.

Und damit ergeben sich für den Newbie schwer überwindbare Hürden: Der lokale Datenbankdump von MySQL 4.1 lässt sich auf dem Webserver mit MySQL 4.0 (oder gar noch einer Version 3.23) nicht unfallfrei einspielen. PHP ist auf dem Server anders konfiguriert, und die Seite läuft erst einmal gar nicht. Und so weiter und so weiter.

Nicht, dass ich die fertigen Webserver-Pakete schlechtreden möchte - wenn man weiß, was man tut, kann man sie wunderbar einsetzen. Aber man sollte sehenden Auges herangehen und bereit sein, sich über die Interna zu informieren, wenn der Transfer eines Auftritts ins "richtige" Web bevorsteht.

Persönlich bevorzuge ich die lokale Entwicklung auf einem System, das idealerweise genau identisch aufgebaut ist wie der Zielserver im Web. Betriebssystem, alle Programmversionen, Komponenten und die Verzeichnisstruktur entsprechen genau dem Webserver. So kann man bereits offline durchspielen, ob alles funktioniert, und sich sicher sein, dass das Übertragen später problemlos vonstatten geht. Und für zusätzliche Mobilität habe ich eine weitere Installation mit Apache, PHP und MySQL lauffähig auf einem USB-Stick dabei.

 
Joomla 1.0.5 ist erschienen
24.12.2005

Gestern wurde Joomla 1.0.5 veröffentlicht. Diesmal scheint es sich gemäß dem Changelog tatsächlich um ein reines Bugfix-Release zu handeln.

Update: Das Release 1.0.5 behebt einige Fehler, leider sind aber auch neue dazugekommen. Wie üblich muss man sich die Fixes im Forum selbst zusammensuchen. Emir Sakic hat folgende Patches bereitgestellt:

  • Fehler in der SEF-Funktionalität, Fix hier
  • Falsche Itemid bei verlinkten Titeln, Fix hier
 
Alle EU-Bürger sind Kriminelle
14.12.2005
... zumindest werden sie nun so behandelt. Die Volksvertreter im EU-Parlament haben beschlossen, allen denjenigen, die sie vertreten, grundsätzlich zu misstrauen. Heute wurde in Straßburg die neue EU-Richtlinie zur Ausdehnung der Telekommunikationsüberwachung mit komfortabler Mehrheit beschlossen. Damit werden sämtliche Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen dazu verpflichtet, für einen bestimmten Zeitraum - je nach EU-Land zwischen sechs Monaten und zwei Jahren - alle angefallenen Daten zu speichern und auf Verlangen der Polizei oder den Geheimdiensten herauszugeben.

Das umfasst alle Verbindungsdaten via Telefon, Handy, SMS, E-Mail, Fax und Web. Wir stehen zukünftig unter Generalverdacht.

Neben dem erheblichen wirtschaftlichen Schaden - denn die Provider müssen die Vorratsdatenspeicherung auf eigene Kosten durchführen - wiegt noch viel schwerer, dass die Demokratien des "alten Europa" damit einen ihrer grundsätzlichen Wesenszüge beseitigt haben. Flächendeckende Überwachung verträgt sich nicht mit der Freiheit des Einzelnen. Willkommen im totalüberwachten Europa.

Die von mir gewählten Volksvertreter misstrauen mir? Nun, ich misstraue ihnen auch. Und zwar gewaltig. Kein Christdemokrat oder Sozialdemokrat wird unter diesen Umständen noch einmal auf meine Stimme rechnen können.
 
Mambo 4.5.3: Stabilität statt Features - und ein erstaunliches Copyright
07.12.2005

Vor einer Woche ist eine neue Version von Mambo veröffentlicht worden - das von vielen Benutzern lange erwartete Release 4.5.3. Im August war eine Beta mit sehr fragwürdiger Qualität erschienen, die dem Ruf Mambos und des neuen Entwicklerteams eher schadete als nützte. Jetzt ist die neue Version fertiggestellt; ein Kurztest ergibt folgende erwähnenswerte Punkte:

  • Die aktuellen Sicherheits-Fixes sind enthalten; Mambo 4.5.3 ist damit nicht anfällig für den derzeit kursierenden Globals-Exploit.
  • Die Möglichkeit einer Sprachauswahl bei der Installation wurde wieder entfernt. Mit der Beta-Version hatte ich nach einer Testinstallation in deutscher Sprache eine vollkommen unbrauchbare Site - hier ist man offenbar wieder auf Nummer Sicher gegangen. Die Administration bleibt damit rein englischsprachig.
  • Ein neues, CSS-basiertes Template von Water & Stone ziert die Standard-Installation. Es kommt etwas grau in grau daher, ist aber durchaus eine Abwechslung zu dem früher üblichen schreienden Orange. Das Template scheint eine gute Ausgangsbasis für individuelle Anpassungen darzustellen.
  • Der noch in der Beta-Version enthaltene Editor mosCE wurde wieder entfernt und durch den originalen Editor TinyMCE ersetzt.
  • Auch die Online-Update-Funktion wurde wieder herausgenommen.
  • Die Administration kann zwischen zwei Modi (Simple/Advanced) umgeschaltet werden. Dies wirkt sich jedoch nur auf die Anzahl der bunten Icons im Startbildschirm aus; über das obere Menü sind auch im "Simple Mode" alle Optionen erreichbar. Der Nutzen dieser Wahlmöglichkeit erscheint mir daher eher zweifelhaft.
  • Beim Editieren von Inhalten können nun mit einem sehr klein dargestellten Link auf der rechten Seite die Options-Reiter neben dem WYSIWYG-Editor ein- und ausgeblendet werden.
  • Die Standard-Inhalte - wenn man sie denn mitinstalliert - wurden überarbeitet. Sie geben nun für Anfänger eine erste Einführung in die Funktionsweise von Mambo und beantworten einige häufige Fragen.
Die weiteren Änderungen liegen lediglich im Detail. Die Entwickler haben sich weitestgehend auf die Stabilisierung des Codes beschränkt und auf zusätzliche Features verzichtet bzw. diese wieder entfernt. Somit kann Mambo 4.5.3 nicht gerade als visionär bezeichnet werden.

Hochinteressant ist jedoch folgender Lapsus: Vor einiger Zeit wurde das Copyright an Mambo - offenbar aus Gründen der politischen Opportunität und wegen des Vorwurfes, den Open-Source-Gedanken nicht genügend zu respektieren - von Miro auf die Mambo Foundation übertragen.  Auch in den neuen Beispielinhalten wird dieser Sachverhalt betont.

Dies scheint jedoch nur ein Lippenbekenntnis zu sein. In allen PHP-Dateien von Mambo 4.5.3 findet sich im Kommentarblock zu Beginn als Copyright-Inhaber nach wie vor die Firma Miro:
@copyright (C) 2000 - 2005 Miro International Pty Ltd
Das spricht Bände über das Geschäftsgebaren von Miro und trägt nicht gerade dazu bei, das Vertrauen in das ohnehin zweifelhafte Konstrukt der Mambo Foundation zu stärken.

Wer braucht - angesichts der Alternative - noch das Miro-Produkt? Ich nicht.

 

Update: Erst mit Datum vom 20. Dezember 2005 hat Miro das Copyright von Mambo nun offiziell an die Mambo Foundation übertragen

 
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Kommentare

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