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Chaos beim Update: Gut für das Projekt Joomla!
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Mister Wong
16.01.2006

Ist der Nitsche jetzt bekloppt, fragt Ihr Euch angesichts dieser Überschrift? Durchaus nicht. Dem gestrigen Debakel lässt sich nämlich eine positive Seite abgewinnen. Die will ich hier beschreiben.

Mittlerweile beruhigen sich die Gemüter allmählich wieder, und wir wollen noch einmal zusammenfassen, was gestern eigentlich passiert ist:

  • Zuerst kam eine Version 1.0.6 heraus. Das Archiv war, wie sich herausstellte, jedoch fehlerhaft gepackt. Es enthielt überzählige Verzeichnisse mit kryptischen Namen und bestand zum Teil aus Dateien mit Beta-Status. Es hatte Probleme mit dem Packaging des Archivs aus dem CVS gegeben.
  • Rey zog diese Version wenige Minuten später wieder zurück und veröffentlichte kurz darauf eine neu zusammengestellte 1.0.6, die für den allgemeinen Download freigegeben wurde. Abermals nur wenige Minuten später hagelte es die ersten Hilferufe im Forum: Durch einen sehr schweren Bug wurde das Datenbankpasswort aus der configuration.php gelöscht.
  • Rey veröffentlichte daraufhin eine korrigierte Version 1.0.7 und nahm die Schuld vollständig auf sich - er hatte in letzter Minute noch eine Code-Änderung durchgeführt, die dann nicht mehr getestet worden war. Diese Änderung hatte den Fehler verursacht.
Dieses Drama besteht nun insgesamt aus zwei Oopsies ("Oopsie" = Kann ja mal passieren) und einem sehr gravierenden Element. Diese sollten wir näher beleuchten.
  • Das Versagen des Packagers bei der ersten Version: Nicht so schlimm. Kommt mal vor.
  • Der Programmierfehler von Rey: Nicht so schlimm. Kommt mal vor.
  • Aber die Änderung ohne Test in ein Release zu packen, ist vollkommen unverständlich.

Wie bereits beschrieben: Rey hat die Verantwortung für den Fehler übernommen. Man muss ihm zugute halten, dass er an diesem Sonntag zweimal sehr schnell reagiert und Korrekturen bereitgestellt hat. Es zeigt sich aber auch symptomatisch, dass im Joomla-Entwicklerteam immer noch eine alles andere als professionelle Vorgehensweise betrieben wird. Der Begriff "Codefreeze" scheint dort nicht bekannt zu sein, genauso wenig wie der Begriff "Abnahme".

Und genau deswegen ist es gut, dass das Pannen-Release 1.0.6 für Aufregung gesorgt hat. Hier wurde uns deutlicher als je zuvor vor Augen geführt, welche Auswirkungen eine derart unstrukturierte Vorgehensweise mit sich bringen kann. Das Entwicklerteam muss sich, will es sich nicht noch einmal bis auf die Knochen blamieren, zu einer besseren Systematik durchringen.

Und das hat Rey nun auch angekündigt. Vielleicht gelingt es nun endlich, nachdem es schon vor Monaten entsprechende Absichtserklärungen gab. (Diese Erklärungen aus dem Sommer und eine Bilanz dazu werden bald Gegenstand eines weiteren Artikels sein.) Die Flucht nach vorne könnte diesmal tatsächlich in eine Qualitätsverbesserung münden.

Für uns Anwender bleibt als Moral etwas, das eigentlich selbstverständlich ist und das ich immer wieder predige:

  • Updates niemals sofort auf produktiven Seiten einspielen. Never ever. Nie nicht.
  • Immer Testinstallationen in einem extra Verzeichnis oder auf einem extra Rechner fahren.
  • Backups machen. Backups machen. Backups machen.

Und eines sollte man nicht vergessen: Joomla kostet nichts, und die Reaktionszeit war in diesem Fall erheblich schneller, als man sich das bei jeglicher kommerzieller Software vorstellen kann.

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Kommentare (3)Add Comment
...
geschrieben von Asimovian (Gast), 19.01.2006
>Updates niemals sofort auf produktiven Seiten
>einspielen. Never ever. Nie nicht.

Hm... als Betreiber eines phpBB-Forums (OK, das ist nicht Joomla, aber vergleichbar), bin ich bestrebt, sofort die Updates einzuspielen um nicht gehackt zu werden. Wenn man sich bei einem CMS nicht darauf verlassen kann, da die Updates getestet wurden, dann mu entweder die Wahl des CMS berdacht werden oder man mu sich der Gefahr aussetzen, den nchsten Tag eine llere Datenbank zu haben, weil ein Hacker schneller war.

Sehe ich anders
geschrieben von Admin, 19.01.2006
Auch bei phpBB warte ich (von dringenden Sofortmaßnahmen zum Schließen von eklatanten Sicherheitslücken abgesehen) in der Regel ein paar Tage, bis klar ist, wo eventuelle Fallstricke liegen. Auch da hat es nämlich schon böse Überraschungen gegeben.

Keine Software sollte jedenfalls unbesehen upgedatet werden - das mindeste ist eine lokale Testinstallation. Jede Software hat Schwächen, fehlerfrei ist keine - es kommt halt auf die Schwere der Fehler an.

Und daß Joomla bei der Qualitätssicherung enormen Nachholbedarf hat: Das war der Sinn dieses Artikels ... Sollte es weiterhin dabei bleiben, werde ich in der Tat auf eine andere Software umsteigen müssen. Aber die Chancen stehen gut, daß man in dieser Beziehung nun aufgewacht ist.

Viele Grüße,
Klaus
Natürlich vorher testen.
geschrieben von JOhn (Gast), 27.01.2006
Es gibt da keine wirklich guten Argumente ohne Tests durchzufhren updates einzuspielen. Man muss immer damit rechnen, dass man das eigene System vielleicht mal so gendert hat, dass es anders reagiert. Immer testen!!!

vg, john

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