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Joomla und die GPL: Geschäftsmodelle für kommerzielle Entwickler | Joomla und die GPL: Geschäftsmodelle für kommerzielle Entwickler |
| 21.07.2007 | |
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Nach dem GPL-Debakel haben sich viele kommerzielle Entwickler gedanklich ein Stück von Joomla wegbewegt, da sie sich im Joomla-Universum nicht mehr erwünscht fühlen. Ein Eindruck, der sicherlich nicht ganz unbegründet ist, wenn man sich ansieht, wie das Core-Team mit diesem Thema umgegangen ist.
Geschäftsmodelle unter Einbeziehung der GPL werden in diesem Zusammenhang oft als nicht überlebensfähig erachtet. Sind sie das wirklich nicht? In der kommenden Woche erfahren wir dazu hoffentlich mehr. Steve Burge, der das ausgezeichnete Joomla- und SEO-Blog Alledia betreibt, hat angekündigt, nacheinander fünf Interviews mit kommerziellen GPL-Entwicklern aus dem Joomla-Umfeld zu veröffentlichen. Diese fünf betreiben ihr Geschäft auf der Basis von Support- und Abonnement-Modellen und stehen Steve nun Rede und Antwort. Man darf gespannt sein, wie sie ihre Erfolgsstrategie präsentieren. Kommentare (1)
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Zwei Beispiele:
1. Ein Firmenkunde bittet um die Erstellung einer Internetpräsenz. Wird ein Angebot auf Grundlage eines OS-CMS erstellt, lautet die erste Frage: "Und wer liefert Support? Wer steht bei Fehlern gerade? Wer garantiert Qualität? Wer zahlt bei Ausfällen? Wer garantiert Response-Times bei Service-Fällen und Bugs?" All das sind wichtige Faktoren und oft K.O.-Kriterien beim Einsatz von OS-Software im Firmenumfeld. Besonders, wenn bekannt wird, dass bei solcher Software prinzipiell jeder Mensch Code beisteuern kann. Deshalb tun sich viele Firmen schwer, OS-Software im Unternehmensumfeld einzusetzen. Nur Firmen können diese Bedürfnisse erfüllen - und die arbeiten nun mal kommerziell. Akzeptiert ein Open Source Projekt diese Symbiose, findet es in o.g. Unternehmen vielleicht einen neuen User. Doch schließt das Open Source Projekt kommerzielles Involvement kategorisch aus, wird nichts aus dem Geschäft und der Verbreitung des CMS.
2. Ein weiterer Kunde bittet um die Erstellung einer Seite. Er hat spezielle Wünsche. Eine erste Suche im Modul-Repository fördert zwar interessante Erweiterungen zutage, doch beim einen mangelt es an guter Dokumentation, beim anderen an der Qualität und beim dritten an der Flexibilität. Eine kleine Software-Firma irgendwo auf diesem Planeten hatte dasselbe Problem und hat ein Modul geschrieben, das mit all diesen Problemen aufräumt: optimale Funktionalität für den Zweck, super flexibel, gute Produktqualität da von Profis umgesetzt, vollständige Dokumentation. Bietet mir eine Firma ein solches Modul an, zahle ich gern den notwendigen Obulus. Für Qualität, gute Dokumentation und Funktionalität zahle ich gern, wenn's keine Open Source Alternative gibt - und die gibt es oft in der Tat nicht.
Kommerzielle Software bereichert die Open Source Welt. Und Kommerzielle Dienste machen Open Source erst wirklich business-tauglich. Nun könnte man argumentieren: Dann kauf doch gleich bei nem kommerziellen Anbieter! Doch kommerzielle Produkte allein (Kommerzielles CMS nebst kommerziellen Modulen) erreichen selten die rieseige User-Community und damit selten einen so großen potentiellen Markt wie Open Source und folglich gibt es dort viel weniger Einsatzmöglichkeiten. Open Source lockt viel mehr Menschen an, die dann einen potentiellen Markt schaffen, der es lohnenswert macht, bestimmte Module erst zu entwickeln. Allein auf kommerzieller Wiese wäre das gar nicht möglich. Aber Open Source allein reicht aus genannten Gründen auch nicht. Beide brauchen einander, beide können voneinander profitieren und beide können daher in einer Symbiose leben.