Joomla und die GPL: Wie der Rider zustande kam

In den vergangenen Wochen hat die Joomla-Community eine Situation erlebt, die an ein Fiasko grenzt und deren Schaden noch nicht absehbar ist.

Auslöser war die überraschende Entscheidung des Core-Teams, dass alle Extensions unter die GPL gestellt werden müssten – obwohl das zu Zeiten von Mambo und auch noch nach der Abspaltung Joomlas ganz anders gehandhabt wurde:

Durch einen Lizenz-Zusatz ("Rider") war klargestellt, dass Entwickler von Extensions nicht an die GPL gebunden sind.

In den endlosen Diskussionen im Joomla-Forum – die mittlerweile abgewürgt und zensiert werden – wurde immer wieder das Zustandekommen dieses Zusatzes in Frage gestellt und immer öfter auch so dargestellt, als habe ein einzelner Entwickler ihn ohne Rücksprache in den Code aufgenommen.

Dieser Entwickler war damals Mitch Pirtle, und er findet diese Darstellung nicht lustig.

In einem längeren Artikel führt Mitch noch einmal genau aus, wie der Zusatz zustande kam. Er schreibt darin unter anderem:

  • Die Entscheidung, den Zusatz aufzunehmen, sei auf einem Treffen des Core-Teams in London gefällt worden. Man wollte Anfragen besorgter Entwickler, ob man denn an die GPL gebunden sei, damit begegnen.
  • Der Zusatz sei teils mit aktiver, teils passiver Zustimmung, jedenfalls mit Wissen aller Core-Entwickler aufgenommen worden.
  • Im Gegensatz zu einigen jetzt kursierenden Darstellungen sei der Zusatz sogar durch die Anwälte des Software Freedom Law Center formuliert worden.

Das liest sich deutlich anders als das, was die derzeitige PR-Maschinerie von Joomla uns glauben machen möchte.

Mittlerweile wenden sich immer mehr Entwickler wieder Mambo zu, wo sie freudig erwartet werden. Ein weiteres prominentes Beispiel liefert Vince Wooll, der angekündigt hat, seine bekannte Reservierungs-Komponente JomRes nicht für Joomla 1.5 anzupassen, sondern in Zukunft primär für Mambo entwickeln zu wollen. Vince hat – wie auch Marko Schmuck, Adam van Dongen und Fotis Evangelou – seine Position im Core-Team niedergelegt.

Auch Mambo- und Joomla-Veteran Eyezberg hat diesmal wohl endgültig genug. Und im Supportforum beim großen Template-Club RocketTheme werden die Stimmen immer lauter, die sich eine Kompatibilität von Andy Millers Templates mit Mambo und Drupal wünschen.

Die Schadensbilanz sieht nicht gut aus …

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