Migration auf Joomla 1.5 wird die Spreu vom Weizen trennen

Alle warten auf Joomla 1.5. Alle rufen nach Testversionen und Release-Terminen. Vermutlich die wenigsten wissen, was da auf sie zukommt.

Denn eine Website auf Version 1.5 umzustellen, wird kein einfaches Ersetzen von Dateien bedeuten, wie es innerhalb der 1.0.x-Reihe möglich ist. Die Änderungen sind zu groß und umfassen auch das Herz einer jeden Joomla-Installation, die Datenbank.

Die Entwickler empfehlen ausdrücklich eine Migration, und das bedeutet eine etwas aufwendigere Vorgehensweise: Die Website muss mit einer separaten Blanko-Installation von Joomla 1.5 komplett neu aufgebaut werden, Datenbankinhalte müssen konvertiert werden.

Dabei soll eine spezielle Migrations-Komponente die Umstellung etwas komfortabler gestalten. Sie befindet sich derzeit in Entwicklung und soll den Daten-Export aus der alten Website vereinfachen. Diese Komponente wird in der alten Website installiert und sichert die MySQL-Inhalte.

Während der Installationsroutine von Joomla 1.5 können die solchermaßen erzeugten Datenbank-Dateien eingelesen werden und werden dabei auf die neuen Strukturen angepasst. Auf diese Weise wird der Content übertragen. Auch Core-Module wandern als Kopie in die neue Installation, werden dort aber auf "Unveröffentlicht" gesetzt, da sie vermutlich Nacharbeit erfordern. Beim Import wird zudem die Menü-Verlinkung der alten Inhalte übernommen.

So weit, so gut. An diesem Punkt wird es – je nach Umfang der bisherigen Installation – etwas anstrengender, denn eine Migration von Drittkomponenten wird durch die Migrationskomponente natürlich nicht durchgeführt. Die zugehörigen Datentabellen werden zwar beim Export mitgesichert, aber für die Installation einer 1.5-kompatiblen Version der betreffenden Komponenten und das Rücksichern der entsprechenden Daten ist man als Anwender selbst zuständig – ebenso wie für das Kopieren der externen Inhalte wie z.B. Bilder.

Statt der halbautomatischen Vorgehensweise mit der oben beschriebenen Komponente kann man natürlich auch selbst den Datenexport durchführen, muss dabei aber auf Dinge wie z.B. Zeichensatzcodierung selbst achten. Wer jetzt an phpMyAdmin denkt, sei hiermit gebremst: Die Entwickler warnen ausdrücklich davor, für diese Aufgabe die Kombination aus MySQL 4.1 oder höher und phpMyAdmin in Versionen höher als 2.6 einzusetzen. Das ist auf vielen Shared-Hosts eine gängige Kombination, und deswegen müssen Betroffene in diesem Fall wohl auf die Migrations-Komponente zurückgreifen.

Eine vernünftige Vorgehensweise sieht also folgendermaßen aus: Man richtet sich eine separate Installation von Joomla 1.5 ein. Das kann auf einem Testserver zuhause passieren (dabei benutzt man am besten die exakt gleichen Rahmenbedingungen des produktiven Webservers, also Betriebssystem-, Datenbank-, PHP- und Apache-Versionen beachten) oder in einem neuen Unterverzeichnis auf dem Webspace. Dann beginnt man in Ruhe mit dem Aufbau der neuen Version, bis man alles rekonstruiert hat. Schließlich "legt man den Schalter um", ersetzt also die alte Website durch die neue.

Da dieses Vorgehen nicht ganz trivial ist und es sehr viele Joomla-User ohne jedes Grundlagenwissen gibt, wird die Migration sicherlich für einiges Aufsehen und viele Support-Anfragen sorgen. Das traue ich mich hier schon mal zu prophezeien – zumal es nicht für jede denkbare Konstellation ein Tutorial geben kann.

Weitere Informationen dazu finden sich in englischer Sprache auf dem Developer-Portal.
Eine erste Testversion der Migrations-Komponente kann hier heruntergeladen werden (dazu muss man im Forum angemeldet sein).

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