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SMF darf nicht mehr mit Joomla sprechen
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Mister Wong
12.07.2007

Aufgrund der neuen Position des Joomla-Core-Teams bezüglich der Anwendung der GPL steht eine bekannte Bridge-Komponente, die Joomla und das Simple Machines Forum miteinander verbindet, nicht mehr zum Download bereit. Ihr Autor Orstio hat sich dazu entschlossen, sie zurückzuziehen und in Zukunft nur noch für andere Systeme weiterzuentwickeln. 

Das Problem stellt sich, weil SMF zwar kostenlos erhältlich ist, aber nicht unter einer GPL-kompatiblen Lizenz steht. Gemäß dem neuen Credo des Joomla-Teams müssen Extensions, die mit Joomla kommunizieren, jedoch unter der GPL stehen.

Orstio hatte deswegen zunächst überlegt, einen "Wrapper" für seine Bridge zu bauen, der unter der LGPL lizensiert wird, ist jedoch zu dem Schluss gekommen, dass es noch eine weitere, zweite Zwischenschicht geben müsste, um der GPL gerecht zu werden. Das hält er - neben der Unsinnigkeit eines solchen Unterfangens an sich - aus Performancegründen für inakzeptabel und stellt daher seine Bemühungen in Richtung Joomla komplett ein. Seine SMF-Bridge wird er zukünftig für Mambo, e107, Xoops, iGaming und andere CMS anbieten, nicht mehr jedoch für Joomla. Der Download der Bridge ist bereits zurückgezogen worden. 

Damit ist dem Joomla-Team - das übrigens auf forum.joomla.org selbst eine der weltweit größten SMF-Installationen betreibt - ein wahrlich genialer Knieschuss gelungen: Die überaus beliebte Verknüpfung der beiden erfolgreichen Systeme Joomla und SMF kann wegen rechtlicher Spitzfindigkeiten nicht mehr weitergeführt werden.

Es sind jedoch noch zwei weitere Bridges für Joomla und SMF im Umlauf:

Joomlahacks und Elearningforce äußern sich bisher nicht über die Zukunft ihrer Varianten unter dem Aspekt der GPL-Kompatibilität. 

Im amerikanischen Sprachgebrauch würde man, was Orstios Bridge angeht, militärisch ausgedrückt wohl von "Kollateralschaden" sprechen. ;-)

Kommentare (6)Add Comment
Seifenoper
geschrieben von Marc, 12.07.2007
Das liest sich so langsam wie das Drehbuch einer schlechten Soap. Man erhofft sich ständig das Happy End, doch die Serie wird immer wieder künstlich verlängert. Und das mit Handlungssträngen die eigentlich viel zu unrealistisch sind, um wahr zu sein. Doch das Leben schreibt doch wohl noch die besten schlechtesten Drehbücher...
Überschirft des Artikels total Unangebracht...
geschrieben von Devil, 12.07.2007
Hallo,

eigentlich waren die Beiträge immer sehr gut hier. Nur dieses mal passt die Überschrift nicht wirklich und suggeriert in meinen Augen das Joomla und SMF wirklich nicht mehr "kommunizieren" dürfen. Am Ende des Beitrages werden dann aber 2 weitere Möglichkeiten genannt^^ Passt irgendwie nicht wirklich zusammen oder ich hab die Ironie überlesen.
...
geschrieben von Admin, 12.07.2007
@Marc: Hi, long time no see smilies/wink.gif

@Devil:
Am Ende des Beitrages werden dann aber 2 weitere Möglichkeiten genannt

... die ebenso gegen die Auffassung des Joomla-Teams von der GPL-Pflicht für Extensions verstoßen. (Deswegen auch der Titel: SMF hat keine GPL, ist also böse, wenn es per API mit Joomla verbunden wird. Keine Bridges mehr für SMF, wenn es nach dem Core-Team geht.)

Orstio ist nur der erste, der jetzt von sich aus die Konsequenz gezogen hat. Wie es mit den anderen Bridges weitergeht, wird man sehen: Noch sind sie aus irgendwelchen Gründen auf der Extension-Site gelistet, aber der mehrfach angekündigte Hausputz wird dem wohl bald ein Ende bereiten.

Viele Grüße,
Klaus
...
geschrieben von Holmi, 13.07.2007
Das ist echt Peinlich!
Und dabei hat Orstio Monatelang mit dem Core Team kommuniziert um eine Bridge für die 1.5 zu erstellen.

Ich finde das echt unter aller Kanonen ihn erst zu ermuntern eine Bridge für die 1.5 zu schreiben (obwohl er schon mal aufgegeben hatte) und dann sowas smilies/angry.gif smilies/cry.gif


Björn
Wollen wir mal sehen...
geschrieben von Steffen, 13.07.2007
Wenn man die Diskussion verfolgt, hört man viel Geschrei und Panikmache. Ich habe allerdings noch nirgendwo einen konkreten Vorschlag gesehen, wie Joomla das Problem der GPL-Verletzung anders beseitigen soll. Ich finde die GPL nicht ganz einfach zu verstehen. Ich habe aber so viel verstanden, dass in der momentanen Situation entweder aller GPL-Code entfernt oder Joomla ebenfalls GPL werden muss.
Meiner Meinung nach ist es noch nicht eindeutig, dass die Orstio-Bridge gegen die GPL verstösst, ebenso openSEF. Das sollten sich die Juristen mal genauer anschauen. Für mich heißt es momentan erst mal abwarten und beobachten. Was die Entwicker jetzt benötigen ist juristische Hilfe. Und Leute die anstatt gegen die GPL-Wende zu meckern konstruktive Vorschläge für die Lösung des rechtlichen Problems machen.
...
geschrieben von Admin, 13.07.2007
Hallo Steffen,

Ich habe allerdings noch nirgendwo einen konkreten Vorschlag gesehen, wie Joomla das Problem der GPL-Verletzung anders beseitigen soll.

Es ist nur ein Standpunkt, zu sagen, dass Extensions "abgeleitete Werke" seien und deswegen auch für sie die GPL gelten müsse. Nur ein Standpunkt, nicht mehr. Man muss diesen Standpunkt nicht vertreten. Unter Linux laufen auch viele Nicht-GPL-Programme und kommunizieren über eine API mit dem Betriebssystem. Gelten sie deswegen als "von Linux abgeleitete Werke"?

Ich habe aber so viel verstanden, dass in der momentanen Situation entweder aller GPL-Code entfernt oder Joomla ebenfalls GPL werden muss.

Joomla ist schon immer GPL und wird es auch bleiben. Das ist nicht der Diskussionspunkt. Worum es geht, ist die weitere Auslegung. Und da vertritt das Joomla-Team die ultraharte Linie, indem es alle Extensions zur GPL zwingen will. Drupal macht es auch so. Andere OpenSource-Projekte handhaben es wiederum ganz bewusst nicht so. Vor einem Gericht ist so ein Fall aber leider noch nie entschieden worden.

Meiner Meinung nach ist es noch nicht eindeutig, dass die Orstio-Bridge gegen die GPL verstösst, ebenso openSEF.

Hast Du den verlinkten Beitrag von Orstio gelesen? Er ist nach längeren Diskussionen mit dem Joomla-Team zu der Ansicht gelangt, dass es für ihn wohl keinen rechtlich sauberen und praktikablen Weg gibt, seine Bridge für beide Anwendungen rechtlich kompatibel zu machen.
Was hat OpenSEF damit zu tun? Den Verweis darauf verstehe ich nicht.

Und Leute die anstatt gegen die GPL-Wende zu meckern konstruktive Vorschläge für die Lösung des rechtlichen Problems machen.

Wem Vorschläge machen, dem Core-Team etwa? smilies/cheesy.gif

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