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08.05.2006 |
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In der Mambo-Community - oder dem, was davon noch übrig ist - rumort es derzeit wieder heftig. Anlass ist unter anderem der Verkauf der Gesellschaft "Mambo Communities", die mittlerweile unter anderem das Mambo-Forum und die Projektseite MamboXchange betreibt, an den australischen Suchmaschinenbetreiber Ansearch. Der will offenbar durch die Akquise der stark genutzten zentralen Projektseiten die Streubreite für seine Online-Dienste erweitern. Im Mambo-Forum stieß dies nicht auf ungeteilte Gegenliebe, da Mitglieder die Kommerzialisierung als Bedrohung für die freie Fortführung des Projekts Mambo empfinden. Am 25. April 2006 hat Martin Brampton - Entwickler der bekannten Komponenten Remository und Glossary und derzeit Leiter des Mambo-Entwicklerteams - seinen Rücktritt von der Mambo Foundation bekannt gegeben. In einem weiteren Beitrag geht er hart mit der Arbeitsweise der Foundation ins Gericht - besonders was die Vorgehensweise bei der Übertragung der Markenrechte an Mambo auf die Foundation angeht. Kurz zuvor hatte Martin zusammen mit der auch in der Joomla-Community sehr aktiven Lynn Pope ("Elpie") und den Mambo-Team-Mitgliedern David Rabinowitz ("Hazman") und Carlos Souza ("csouza") die unabhängige Mambo-Support-Seite http://mamboguru.com ins Leben gerufen, deren vordringliches Ziel das Bereitstellen einer Online-Dokumentation auf Wiki-Basis und der von kommerziellen Interessen unbeeinflusste Austausch in einem separaten Forum ist. Dies sorgte anscheinend bei der Mambo Foundation für böses Blut. Rabinowitz und Souza zogen sich nach der Bekanntgabe schlagartig wieder von diesem Projekt zurück. Weitere Reaktionen folgten umgehend: Wie Martin Brampton berichtet, ist seine IP seit kurzem auf den mamboserver.com-Domains gesperrt. Auf MamboXchange wurde sein Name aus der Liste der Mambo-Entwickler entfernt, ebenso taucht er dort nicht mehr bei den Projekten Remository, Glossary und Mamboboard auf. All das, obwohl er in seinem Rücktrittsschreiben an die Foundation ausdrücklich betont hatte, dass er sich an der Weiterentwicklung von Mambo unverändert und mit ganzer Kraft beteiligen werde. Wie sich das Mambo-Projekt angesichts dieser Zerwürfnisse weiterentwickelt, kann ich nur mutmaßen. Die Halbwertszeit von Mambo scheint mir deutlich kleiner geworden zu sein. Der kürzlich veröffentlichte Release-Candidate von Mambo 4.6 dürfte, wenn der Hinauswurf von Martin Brampton sich bewahrheitet, wohl nur noch Makulatur sein. Ob ein weiterer Fork bevorsteht? Auffällig ist jedenfalls, dass sich auf http://www.mamboguru.com mittlerweile die Unzufriedenen aus dem Mambo-Lager neben einigen bekannteren Namen, die von Joomla enttäuscht sind, sammeln. Update: Martin Brampton hat soeben bekanntgegeben, dass er sich vollständig aus der Mambo-Weiterentwicklung zurückzieht. |
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07.12.2005 |
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Vor einer Woche ist eine neue Version von Mambo veröffentlicht worden - das von vielen Benutzern lange erwartete Release 4.5.3. Im August war eine Beta mit sehr fragwürdiger Qualität erschienen, die dem Ruf Mambos und des neuen Entwicklerteams eher schadete als nützte. Jetzt ist die neue Version fertiggestellt; ein Kurztest ergibt folgende erwähnenswerte Punkte: - Die aktuellen Sicherheits-Fixes sind enthalten; Mambo 4.5.3 ist damit nicht anfällig für den derzeit kursierenden Globals-Exploit.
- Die Möglichkeit einer Sprachauswahl bei der Installation wurde wieder entfernt. Mit der Beta-Version hatte ich nach einer Testinstallation in deutscher Sprache eine vollkommen unbrauchbare Site - hier ist man offenbar wieder auf Nummer Sicher gegangen. Die Administration bleibt damit rein englischsprachig.
- Ein neues, CSS-basiertes Template von Water & Stone ziert die Standard-Installation. Es kommt etwas grau in grau daher, ist aber durchaus eine Abwechslung zu dem früher üblichen schreienden Orange. Das Template scheint eine gute Ausgangsbasis für individuelle Anpassungen darzustellen.
- Der noch in der Beta-Version enthaltene Editor mosCE wurde wieder entfernt und durch den originalen Editor TinyMCE ersetzt.
- Auch die Online-Update-Funktion wurde wieder herausgenommen.
- Die Administration kann zwischen zwei Modi (Simple/Advanced) umgeschaltet werden. Dies wirkt sich jedoch nur auf die Anzahl der bunten Icons im Startbildschirm aus; über das obere Menü sind auch im "Simple Mode" alle Optionen erreichbar. Der Nutzen dieser Wahlmöglichkeit erscheint mir daher eher zweifelhaft.
- Beim Editieren von Inhalten können nun mit einem sehr klein dargestellten Link auf der rechten Seite die Options-Reiter neben dem WYSIWYG-Editor ein- und ausgeblendet werden.
- Die Standard-Inhalte - wenn man sie denn mitinstalliert - wurden überarbeitet. Sie geben nun für Anfänger eine erste Einführung in die Funktionsweise von Mambo und beantworten einige häufige Fragen.
Die weiteren Änderungen liegen lediglich im Detail. Die Entwickler haben sich weitestgehend auf die Stabilisierung des Codes beschränkt und auf zusätzliche Features verzichtet bzw. diese wieder entfernt. Somit kann Mambo 4.5.3 nicht gerade als visionär bezeichnet werden. Hochinteressant ist jedoch folgender Lapsus: Vor einiger Zeit wurde das Copyright an Mambo - offenbar aus Gründen der politischen Opportunität und wegen des Vorwurfes, den Open-Source-Gedanken nicht genügend zu respektieren - von Miro auf die Mambo Foundation übertragen. Auch in den neuen Beispielinhalten wird dieser Sachverhalt betont. Dies scheint jedoch nur ein Lippenbekenntnis zu sein. In allen PHP-Dateien von Mambo 4.5.3 findet sich im Kommentarblock zu Beginn als Copyright-Inhaber nach wie vor die Firma Miro: @copyright (C) 2000 - 2005 Miro International Pty Ltd Das spricht Bände über das Geschäftsgebaren von Miro und trägt nicht gerade dazu bei, das Vertrauen in das ohnehin zweifelhafte Konstrukt der Mambo Foundation zu stärken. Wer braucht - angesichts der Alternative - noch das Miro-Produkt? Ich nicht. Update: Erst mit Datum vom 20. Dezember 2005 hat Miro das Copyright von Mambo nun offiziell an die Mambo Foundation übertragen. |
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19.11.2005 |
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Vor drei Tagen wurde eine Lücke in Mambo veröffentlicht, die beim Behandeln von globalen Variablen das Einschleusen von Schadcode ermöglicht. Nach einigem Hin und Her scheinen nun folgende Fakten festzustehen: - Die Lücke ist gefährlich, wenn PHP auf dem Server mit der Einstellung register_globals Off betrieben wird (ja, tatsächlich!),
- und wenn PHP4 in Versionen kleiner als 4.4.1 oder PHP5 in Versionen kleiner als 5.0.4 läuft.
Betroffen ist Mambo bis zur Version 4.5.2.3. Näheres dazu und ein schneller Hotfix findet sich hier. Ob Joomla auch betroffen ist, ist derzeit noch nicht vollständig klar. Betreiber von Joomla-Sites sollten diesen Thread im Joomla-Forum sehr genau im Auge behalten. Update [21.11.2005]: Joomla scheint ebenfalls betroffen. Es ist in den nächsten Stunden mit dem Erscheinen der Version 1.0.4 zu rechnen. |
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05.11.2005 |
In einem Positionspapier, das gestern von der Mambo Foundation veröffentlicht wurde, finden sich Ansätze einer neuen Roadmap mit interessanten Aspekten. Einige davon will ich hier herausgreifen: - Der Code, an dem das ursprüngliche Entwicklerteam für Mambo 4.5.3 gearbeitet hatte, wird in weiten Teilen verworfen, da das Know-How abgewandert ist. Stattdessen wird man auf dem Code des letzten offiziellen Releases 4.5.2.3 aufsetzen und diesen weiterentwickeln, beginnend mit Sicherheitsfixes. Abgesehen von dem zusätzlichen vereinfachten Admin-Interface, das bereits in der aktuellen Beta enthalten ist, wird es in 4.5.3 keine zusätzlichen Features geben.
- Die Internationalisierung soll weiter vorangetrieben werden.
- Wie ich bereits erwähnt habe, soll die Rechteverwaltung komplett erneuert werden.
- Es wird weiterhin bei dem Prinzip bleiben, dass ein schlanker Core-Code durch externe Plugins ergänzt werden kann.
- Die Weiterentwicklung von Mambo wird nach wie vor durch Wünsche und Erfordernisse der Community bestimmt.
- Das nach 4.5.3 erscheinende Release wird voraussichtlich neue Anforderungen an die Hosting-Umgebung stellen: PHP 4.3 und MySQL 4 werden dann vorausgesetzt sowie Features, die derzeit auf dem Dateisystem beruhen, stärker in die Datenbank verlagert.
- In absehbarer Zeit sollen Verbesserungen bei der Suchmaschinenfreundlichkeit, bei der Einhaltung von Web-Standards wie XHTML und der Barrierefreiheit sowie der bislang starren, lediglich dreistufigen Content-Hierarchie erfolgen.
- Auf längere Sicht geplant sind die Unterstützung weiterer Datenbank-Interfaces, Multi-Site-Fähigkeit und eine stärkere Orienterung hin zu XML.
Viele dieser Punkte stehen auch auf der Roadmap von Joomla. Es scheint sich hier ein Wettbewerb zwischen den Projekten abzuzeichnen, der für die Anwender nur von Vorteil sein kann. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass die beiden Plattformen - wie erwartet - zusehends inkompatibler zueinander werden. |
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02.11.2005 |
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Das Projekt Mambo hat wieder an Schwung gewonnen. Mittlerweile ist es der Mambo Foundation gelungen, ein neues Entwicklerteam zusammenzustellen. Es wird geleitet von Martin Brampton, der sich in der Community schon vor längerer Zeit einen Namen machte, als er die Weiterentwicklung der bekannten Download-Komponente Remository übernahm. Im neuen Team wird die zukünftige Ausrichtung von Mambo diskutiert. Derzeit ist im Gespräch, das bisherige Gruppen- und Benutzerverwaltungssystem komplett abzulösen. Dies würde einen klaren Schnitt in der Entwicklung bedeuten, da es zu sämtlichen Drittkomponenten, die die bisherige Rechteverwaltung verwenden, inkompatibel wäre. Offenbar mit Blick darauf hat das Mambo-Team sich in einem offenen Brief im Mambo-Forum und im Joomla-Forum an Andrew Eddie, den Leiter der Joomla-Entwicklung, gewandt und vorgeschlagen, bei den Programmierstandards für Drittkomponenten zu kooperieren. Dem war ein privater Hinweis von Andrew an Martin bezüglich eines Sicherheitsproblems in gemeinsam verwendetem Code vorausgegangen. Der Vorschlag zur Zusammenarbeit wurde vom Joomla-Team jedoch abgelehnt. Lediglich ein kurzer Passus in einem Posting von Andrew gibt einen Hinweis auf den Grund: Bei Open-Source-Projekten stehe es jedermann frei, anderen Code zu studieren und seine Schlüsse daraus zu ziehen, ohne dass man gleich eine formale Zusammenarbeit eingehen müsse. Anscheinend hat das Joomla-Team sich bereits auf seine Strategie für die Weiterentwicklung festgelegt und will sich hier keinen weiteren Einschränkungen unterwerfen. Der Vollständigkeit halber seien noch die Diskussionsthreads im Mambo-Forum und im Joomla-Forum erwähnt. Neben einigen wenigen Einblicken in die Hintergründe finden sich dort auch die üblichen hämischen Kommentare, die man getrost überlesen darf. Mit der Aufsplittung der beiden Projekte war klar, dass es früher oder später zu Inkompatibilitäten kommen wird. Noch benutzen Mambo und Joomla eine in weiten Teilen identische Code-Basis, noch funktionieren die meisten Drittkomponenten auf beiden Plattformen - auch wenn teilweise kleine Fixes notwendig sind und Drittentwickler mittlerweile separate Versionen für Mambo und Joomla erstellen bzw. sich auf nur eine Plattform festgelegt haben. Doch das wird nicht mehr lange so sein. Unabhängig von den geplanten Neuerungen bei Mambo werden spätestens mit Joomla 1.2 einschneidende Veränderungen stattfinden und die Projekte gänzlich auseinanderlaufen. |
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