Mambo
Ankündigung der Mambo Foundation sorgt für Zoff in der Community | Ankündigung der Mambo Foundation sorgt für Zoff in der Community |
| 15.08.2005 | |
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Mambo hat sich von einem Nischen-CMS in Rekordgeschwindigkeit zu einem ernsthaften Projekt ausgewachsen - auch wenn es noch in einigen Bereichen deutliche Schwächen aufweist. Um der wachsenden Größe Rechnung zu tragen, wurde durch Miro (ursprüngliche Urheber von Mambo) nun die Gründung einer Mambo Foundation angekündigt. Diese Ankündigung hat in der Mambo-Community eine rege Diskussion mit teilweise heftigem Unwillen ausgelöst. Zeit, sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen. Was ist so eine Foundation eigentlich, und was tut sie? Wörtlich übersetzt bedeutet 'foundation' Stiftung. Ein solches Organ arbeitet für ein vorgegebenes Ziel und ohne dabei Profit zu erzielen. Soweit zur Theorie. In der Praxis haben bereits einige bekannte Open-Source-Projekte solche Stiftungen ins Leben gerufen, um ein langfristiges Fortbestehen zu sichern und bessere Strukturen durchzusetzen. Mozilla tut es. Drupal ist gerade dabei. Typo3 geht noch einen Schritt darüber hinaus, indem die Typo3 Association gegründet wurde. Ich bin der Meinung, dass die Gründung der Foundation als Projektsteuerungsorgan dem Projekt Mambo durchaus gut tun kann, denn wenn man sich die Entwicklungsschritte der letzten Monate mit etwas Abstand ansieht, wird man feststellen, dass die Core-Entwickler einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel bei der Weiterentwicklung zwar angekündigt haben, aber er wurde dann doch nie umgesetzt. (Die Rede ist von zügigen Maintenance-Updates in der 4.5.x-Reihe, ohne dass weitere grundlegende Features eingebaut werden sollten. Diesen Schritt hatte ich zusammen mit vielen anderen sehr begrüßt, da er geeignet war, mittelfristig die Kompatibilität von Templates, Modulen und Komponenten zu sichern und für ein flotteres Bugfixing gesorgt hätte. Geworden ist daraus nichts - Version 4.5.3 ist seit fast einem halben Jahr überfällig und wird neben Bugfixes nun wohl auch inhaltlich sehr viele Neuerungen enthalten: Ein Rückfall in die frühere disziplinlose Entwicklung, bei der Roadmaps nach wenigen Tagen schon wieder überholt waren.) Die Mambo Foundation soll zudem die Finanzierung des Projektes sichern und die Koordination unter den Entwicklern verbessern. Wo ist nun das Problem? Zum einen ist da die sehr nebulöse Ankündigung von Peter Lamont, Chef von Miro, die mehr Fragen eröffnet als sie beantwortet und leider in der für Miro typischen Werbesprache gehalten ist. Das hätte jemand mit etwas Sinn für Kommunikation besser hinbekommen können. Zum zweiten wird die Community vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne gefragt worden zu sein: Dies ist der Punkt, der den meisten aufstößt. Darüber kann man diskutieren, finde ich: Drupal macht gerade vor, wie man eine Community an der Entscheidungsfindung beteiligen kann. Bei Typo3 hingegen hat man demokratische Strukturen deutlich abgelehnt, um den Prozess zu beschleunigen und tatsächlich etwas bewegt zu bekommen. Beide Vorgehensweisen haben ihre Vorteile. Was in dem Diskussionsthread im Mambo-Forum allerdings sehr verwundert, ist die Vehemenz, mit der einzelne Teilnehmer wilde, unhaltbare Verdächtigungen und persönliche Angriffe von sich geben. Die Verschwörungstheorien sprießen nur so aus dem Boden, üblicherweise gegen Miro gerichtet. Mit ein wenig Blick für die Fakten wird man schnell erkennen, dass Miro sich bislang an Mambo nicht "bereichert" hat, wie manche vermuten, und durch die Gründung der Stiftung noch viel weniger als vorher theoretisch in der Lage sein wird, das Projekt Mambo zu "hijacken" - auch wenn Peter Lamont an der Foundation beteiligt ist. Etwas überraschend kommt die Nachricht, dass der frühere Projektleiter Robert Castley als Direktor der Stiftung angehören wird. Er hatte im Herbst 2004 von einem Tag auf den anderen das Entwicklungsteam verlassen und war vollkommen von der Bildfläche verschwunden. Ansonsten zeichnen sich die Mitglieder des Entwicklungsteams in der Diskussion bisher durch eisernes Schweigen aus. Für mich bleiben zwei Fragen:
Für den Augenblick sehe ich keinen Grund für irgendwen, sich aufzuregen. Ich für meine Person lehne mich entspannt zurück, sehe mir an, was da entsteht, und bin mir bewusst, dass ich die Option habe, der Stiftung beizutreten, wenn ich Einfluss ausüben möchte. Verwandte Artikel:Keine verwandten Artikel gefundenKommentare (0)
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