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Die Mambo-Affäre: Massenpsychologie
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Mister Wong
23.08.2005

Mittlerweile scheinen die Fronten klar. Die Website der Core-Entwickler, www.opensourcematters.org, bekommt immer mehr Zulauf, während Miro ratlos vor den Ruinen der bisherigen Infrastruktur des Projekts Mambo steht. Der "Sieger" in dieser Auseinandersetzung scheint - zumindest vorläufig - festzustehen.

Eine unschöne Entwicklung der letzten Tage wird nun jedoch immer deutlicher sichtbar:

Eine Community in Aufruhr braucht ein Feindbild - was hier kein Problem darstellt, denn Miro hat sich wirklich alle Mühe gegeben, möglichst tolpatschig in diese Rolle hineinzutapsen. So kann man mit vereinten Kräften fröhlich auf den bösen Kommerz eindreschen. Das Problem dabei ist, dass in solchen Phasen der kollektive Verstand völlig auszusetzen scheint. Wer in den letzten Tagen halbwegs intelligent und objektiv über das Thema "Stiftungen" diskutieren wollte, wurde von blindwütigen Rambos niedergeschrien. Weite Teile des Forums auf OpenSourceMatters werden im Moment von einem tobenden Mob dominiert, der keinerlei differenzierte Betrachtungsweise zulässt. Wer nicht bedingungslos für uns ist, ist gegen uns. So einfach ist das anscheinend.

Dabei hilft es ganz und gar nicht, dass die Core-Entwickler sich über die jüngsten Entwicklungen nach wie vor in Schweigen hüllen. Ein klärendes Statement ist dringend erforderlich und wird von vielen immer lauter eingefordert (wenn ihre Stimmen denn durch das allgemeine Geschrei dringen). Leider sorgen die Entwickler weder für Klarheit noch für Mäßigung im Forum. Einige der lautesten Polterer sind stattdessen sogar in Moderatorenpositionen.

Ich beobachte das Ganze mit zunehmender Distanz. Meine Position zum neuen Projekt wird sich danach ausrichten, wie sich das immer noch namenlose Produkt weiterentwickelt, welche Projektstrukturen eingeführt werden, und ob die Core-Entwickler den Gedanken der Offenheit nicht nur verbal vertreten, sondern auch tatsächlich umsetzen.

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