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02.06.2006 |
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Das persönliche Auftreten von Außendienstmitarbeitern will gelernt sein. Höflich, respektvoll und zielführend soll es sein. Manchen ist es offenbar schon in die Wiege gelegt worden, anderen weniger: Letztere sollten dann entsprechende Kurse besuchen. Wohl jedes Unternehmen, das einen Vertrieb einsetzt, führt sie durch. Erfolgreich absolvierte Verkaufs- und Rhetorik-Schulungen gehören zum Grundrepertoire eines jeden Außendienst-Mitarbeiters. Dachte ich. Gestern jedoch schlug im Auftrag eines Tiefkühlkostunternehmens (das europaweit agiert und nach eigenen Angaben in Deutschland Marktführer ist) ein Exemplar in unserem Wohnort auf, das uns eines Besseren belehrte. Normalerweise sind die Verkaufsfahrer dieses Unternehmens höflich. Sie klingeln an der Tür, fragen nett, ob sie denn den Katalog dalassen dürfen, und verabschieden sich wieder. Nicht so dieser Herr. Das Übergeben des Katalogs verlief noch nach bekanntem Schema. Dann eskalierte die Situation jedoch. Er hatte wohl gelernt, dass es verkäuferisch von Vorteil ist, sich mit dem potentiellen Kunden auf einen Termin für ein telefonisches Nachfassgespräch zu einigen. Diesen Termin aber wollte er dann um jeden Preis erzwingen. Dafür war ihm fast jedes Mittel recht: Eine höfliche, aber unbestimmte Antwort (wer lässt sich schon gerne derart festnageln?) akzeptierte er nicht. Eine ebenso höfliche Aufforderung, bitte nun zu gehen, quittierte er damit, dass er einen Fuß in die Haustür stellte, um deren Schließen zu verhindern. Die Rückgabe des Kataloges mit der Bemerkung, angesichts solcher Umgangsformen sei das Interesse an einem Kauf der Produkte nun erloschen, wurde mit einem Wutausbruch und verbalen Entgleisungen in stark erhöhter Lautstärke beantwortet. Liebes Tiefkühlkostunternehmen: Mit Aggressivität und einem Verhalten, das an Hausfriedensbruch grenzt, gewinnt man keine Kunden, man vergrault sie. Könnt Ihr das bitte Euren Fahrern noch einmal sagen, nur der Vollständigkeit halber? Und wir sind gespannt, ob das besagte Exemplar nach unserer telefonischen Beschwerde in unserer Gegend noch einmal auftauchen wird. |
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20.02.2006 |
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... sagte ein Bekannter von mir immer gerne, und leider hat er recht. Neulich hat es meine lokale Linuxbox erwischt. Von einer Minute zur anderen machte sie keinen Mucks mehr, fuhr nicht mehr hoch: Kein Lämpchen, kein Lüfter regte sich mehr. Betroffene Organe: Netzteil, Mainboard, Prozessor, Festplatte. Diagnose: Tot. Nun ja - immerhin war die Maschine drei Jahre lang im Dauerbetrieb durchgelaufen. Und wenigstens ist mit dem Totalverlust kein Hinscheiden wichtiger Daten zu beklagen. Den Trauerfall habe ich zum Anlass genommen, eine neue Maschine nun endlich mal mit Debian Sarge zu bestücken. Während das Hauptaugenmerk zwar auf den Serverdiensten liegt, wollte ich mich doch nun auch einmal näher mit dem Desktop beschäftigen. Insgesamt verlief die Installation etwas zwiespältig. Die Hardware-Erkennung ist gegenüber früher zwar wesentlich besser geworden, aber immer noch verbesserungswürdig. So prangte mir zunächst ein KDE mit grauenhaften Schriften entgegen. Die Frickelei an dieser Stelle umfasste die Installation etlicher weiterer Schriften, das manuelle Herausfinden des richtigen dpi-Wertes für meinen Bildschirm und das Nachtragen von 32 Bit Farbtiefe in der Konfigurationsdatei von Xfree86. Jetzt sieht es wenigstens so halbwegs ordentlich aus. Aber das kann man sicher besser lösen. Ganz anders dagegen das Aufsetzen der Serverdienste. Dank des genialen Paketmanagements von Debian waren mit wenigen apt-get-Befehlen Apache, MySQL und PHP fertig installiert und konfiguriert. Für das LAN beschleunigt ein Squid-Proxy mit Prefetch-Modul das Surfen nun ganz erheblich. Und mit Shorewall waren Routing und Firewall schnell und recht komfortabel eingerichtet. Man sieht bei Debian, worauf das Hauptaugenmerk liegt: Stabile Server-Verwaltung. Und da mein produktiver Webserver unter Debian läuft, gab es für die lokale Entwicklungsumgebung auch keine andere Wahl. Mit den GUI-Schwächen lebe ich vorerst. Hier ist das Aufwand-Nutzen-Verhältnis (hey, meine Zeit ist leider beschränkt) sicher noch deutlich steigerbar. Sagte ich schon, dass seit vorgestern eine meiner Windows-Büchsen so komisch riecht? Diagnose: Prozessor-Lüfter ... |
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07.02.2006 |
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So nannten wir die althergebrachte Briefpost abfällig, als wir uns in den achtziger und neunziger Jahren angewöhnten, via DFÜ über Kontinente hinweg zu kommunizieren. "Snail Mail" war plötzlich vollkommen out. "Netmail" oder gar "Crash Mail" stellte dagegen sicher, dass Mitteilungen im weltweiten Fido-Mailbox-Netzwerk den Empfänger in kürzester Zeit erreichten. Die Leitungskosten für solche Schnell-Nachrichten waren auch bei einer direkten Modemverbindung meist niedriger als das Briefporto. Zur Ehrenrettung der Post muss aber festgehalten werden, dass in den letzten - sagen wir mal - zehn Jahren die Zustellung von Sendungen sehr zuverlässig und schnell funktionierte. Ein Brief, an einem Tag irgendwo in Deutschland aufgegeben, war in der Regel am nächsten Tag beim Empfänger. Auch Pakete benötigten immer nur ein bis zwei Tage Laufzeit. In den letzten Monaten stelle ich jedoch eine drastische Verschlechterung fest. Zwei Beispiele: - Die c't lag normalerweise immer samstags in meinem Briefkasten. Aber diese Zeiten sind vorbei. Jetzt habe ich sie oft erst am Montag oder gar am Dienstag.
- Ein Brief, an einem Donnerstag vom Absender persönlich während der Schalter-Öffnungszeit bei einer Poststelle in Hannover abgegeben, erreicht mich erst am darauffolgenden Dienstag. Fünf Tage Laufzeit!
Und nein, das sind leider keine Einzelfälle mehr. Ständig kommt es zu solchen Verzögerungen - und hin und wieder auch zu Totalverlusten. Der Begriff "Schneckenpost" beginnt wieder in meinen Sprachgebrauch zu kriechen. Geht das nur mir so? Stehe ich bei der Post vielleicht in einem kleinen schwarzen Büchlein? Wie sind Eure Erfahrungen? |
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14.01.2006 |
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In unserem Katzenforum gibt es - wie in fast jeder Community - auch einen Offtopic-Bereich, und neben einigem Smalltalk finden sich dort manche wahre Perlen. Unser Freund Gert hat diesmal wieder zugeschlagen und liefert erstklassige Analysen zu bekannten Werbespots ab. Zwerchfellerschütternd! |
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21.10.2005 |
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Gralshüter der Rechtschreibung - gleich, ob alte oder neue - sind nach landläufiger Meinung die Buchverlage. Dort, so denkt man, wachen Lektoren darüber, dass lesenswerte Literatur entsteht und die Regeln eingehalten werden. Was schwarz auf weiß die Druckerpressen verlässt, stimmt - zumindest in der äußeren Form. Punkt. Nicht so in Frankfurt, der Stadt des Buches und Veranstaltungsort der alljährlichen Buchmesse. Am Hauptbahnhof wird wie jedes Jahr um diese Zeit ein Pavillon aufgestellt, der von vier Frankfurter Verlagen betrieben wird und die hektisch den Ausgängen entgegenstrebenden Pendler - relativ wirkungslos - zum Verweilen einladen soll. Bücher liegen dort aus, und mit Lesungen will man neue und alte Autoren den Benutzern öffentlicher Verkehrsmittel schmackhaft machen. Bei der Außengestaltung dieses Pavillons hat man es nun aber offenbar mit der deutschen Rechtschreibung nicht allzu genau genommen. Folgende Auflistung von Events bietet sich dem eiligen Passagier:  Ups, der populäre Personalpronomen-Fehler. Oder halt: Ist es vielleicht wirklich so gemeint? Möchten die Verlage meine Gäste gerne begrüßen? Soll ich am nächsten Morgen gegen halb sieben, sagen wir, fünf bis zehn nichts ahnende Bekannte in den Regionalexpress quetschen und zu diesem Pavillon mitnehmen? Man ist geneigt, ein Versehen in Betracht zu ziehen. Kann ja mal passieren. Bis man um die Ecke biegt und den nächsten gleichwertigen Faux-pas erblickt. Die meinen das im Ernst!
 Liebe Frankfurter Verlage, hier hat Euer Lektorat gründlich versagt. Und offenbar hat es in all den Jahren noch keiner gemerkt, denn im Hauptbahnhof wird immer derselbe Pavillon mit derselben Beschriftung aufgebaut. Da hülfe es auch nicht, sich dahingehend herauszureden, dass in diesem Jahr Korea das Gastland der Buchmesse sei und man es deswegen vielleicht mit der deutschen Sprache nicht so genau nehmen müsse. Oder, dass das Ganze ja in Frankfurt stattfindet, wo man die abenteuerlichsten grammatikalischen Wendungen billigend in Kauf nimmt (siehe unten). So, das musste mal raus. Schöne Grüße auch an den Zwiebelfisch,
Ihne Ihr'n Klaus |
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14.09.2005 |
Schleichend, aber auf immer breiterer Front bereiten findige Strategen sich auf die völlige Übernahme der Sprache zu kommerziellen Zwecken vor. Damit wir ein positives Bild von dem betreffenden Begriff bekommen, wird beschönigt, was das Zeug hält. Und das geht mittlerweile oft über die Grenze des Absurden hinaus. Beispiel gefällig? Gerne: Das Wort "Park" verbindet man im allgemeinen mit gepflegtem Rasen unter hohen Bäumen, Naturnähe, Harmonie und Ruhe, allenfalls gelegentlich unterbrochen durch ein vorwitziges Eichhörnchen, das quer über den Weg und auf den nächsten Baum rennt. Stadt- und Landschaftsplaner wissen um diese positive Assoziation. Schon vor längerer Zeit haben sie deswegen den Begriff "Gewerbepark" geprägt. Das klingt angenehm, jedenfalls deutlich besser als "Industriegebiet", womit man üblicherweise qualmende Schlote und vorbeidonnernde LKWs verbindet. Den Gipfel leistet man sich jedoch mit der Benennung "Entsorgungspark". Welch ein treffliches Mittel, Bürgerinitiativen und betroffene Anwohner ruhigzustellen, indem man ihnen klar macht, dass es sich ja gar nicht um eine Mülldeponie oder gerne auch ein atomares Endlager handelt, sondern um einen "Park". Ach so, sagen wir und lehnen uns wieder zurück: Wenn das so ist, ist es ja gar nicht so schlimm. Der Begriff hat es bislang nicht zum Unwort des Jahres geschafft, auch wenn er es verdient hätte. Andere waren noch schlimmer. Weitere Beispiele für solche Euphemismen lauern überall. Die Deutsche Bahn etwa ("Regionalexpress") oder das amerikanische Militär ("Kollateralschaden") sind zuverlässige Lieferanten. Man muss nur hineingreifen und hat schon wieder ein Exemplar am Wickel. Von den Politikern ("Nullwachstum") einmal ganz zu schweigen. Wir wollen hier auch weiterhin Klartext reden. Versprochen. |
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