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Das persönliche Auftreten von Außendienstmitarbeitern will gelernt sein. Höflich, respektvoll und zielführend soll es sein. Manchen ist es offenbar schon in die Wiege gelegt worden, anderen weniger: Letztere sollten dann entsprechende Kurse besuchen. Wohl jedes Unternehmen, das einen Vertrieb einsetzt, führt sie durch. Erfolgreich absolvierte Verkaufs- und Rhetorik-Schulungen gehören zum Grundrepertoire eines jeden Außendienst-Mitarbeiters. Dachte ich. Gestern jedoch schlug im Auftrag eines Tiefkühlkostunternehmens (das europaweit agiert und nach eigenen Angaben in Deutschland Marktführer ist) ein Exemplar in unserem Wohnort auf, das uns eines Besseren belehrte. Normalerweise sind die Verkaufsfahrer dieses Unternehmens höflich. Sie klingeln an der Tür, fragen nett, ob sie denn den Katalog dalassen dürfen, und verabschieden sich wieder. Nicht so dieser Herr. Das Übergeben des Katalogs verlief noch nach bekanntem Schema. Dann eskalierte die Situation jedoch. Er hatte wohl gelernt, dass es verkäuferisch von Vorteil ist, sich mit dem potentiellen Kunden auf einen Termin für ein telefonisches Nachfassgespräch zu einigen. Diesen Termin aber wollte er dann um jeden Preis erzwingen. Dafür war ihm fast jedes Mittel recht: Eine höfliche, aber unbestimmte Antwort (wer lässt sich schon gerne derart festnageln?) akzeptierte er nicht. Eine ebenso höfliche Aufforderung, bitte nun zu gehen, quittierte er damit, dass er einen Fuß in die Haustür stellte, um deren Schließen zu verhindern. Die Rückgabe des Kataloges mit der Bemerkung, angesichts solcher Umgangsformen sei das Interesse an einem Kauf der Produkte nun erloschen, wurde mit einem Wutausbruch und verbalen Entgleisungen in stark erhöhter Lautstärke beantwortet. Liebes Tiefkühlkostunternehmen: Mit Aggressivität und einem Verhalten, das an Hausfriedensbruch grenzt, gewinnt man keine Kunden, man vergrault sie. Könnt Ihr das bitte Euren Fahrern noch einmal sagen, nur der Vollständigkeit halber? Und wir sind gespannt, ob das besagte Exemplar nach unserer telefonischen Beschwerde in unserer Gegend noch einmal auftauchen wird.
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