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Gralshüter der Rechtschreibung - gleich, ob alte oder neue - sind nach landläufiger Meinung die Buchverlage. Dort, so denkt man, wachen Lektoren darüber, dass lesenswerte Literatur entsteht und die Regeln eingehalten werden. Was schwarz auf weiß die Druckerpressen verlässt, stimmt - zumindest in der äußeren Form. Punkt. Nicht so in Frankfurt, der Stadt des Buches und Veranstaltungsort der alljährlichen Buchmesse. Am Hauptbahnhof wird wie jedes Jahr um diese Zeit ein Pavillon aufgestellt, der von vier Frankfurter Verlagen betrieben wird und die hektisch den Ausgängen entgegenstrebenden Pendler - relativ wirkungslos - zum Verweilen einladen soll. Bücher liegen dort aus, und mit Lesungen will man neue und alte Autoren den Benutzern öffentlicher Verkehrsmittel schmackhaft machen. Bei der Außengestaltung dieses Pavillons hat man es nun aber offenbar mit der deutschen Rechtschreibung nicht allzu genau genommen. Folgende Auflistung von Events bietet sich dem eiligen Passagier:  Ups, der populäre Personalpronomen-Fehler. Oder halt: Ist es vielleicht wirklich so gemeint? Möchten die Verlage meine Gäste gerne begrüßen? Soll ich am nächsten Morgen gegen halb sieben, sagen wir, fünf bis zehn nichts ahnende Bekannte in den Regionalexpress quetschen und zu diesem Pavillon mitnehmen? Man ist geneigt, ein Versehen in Betracht zu ziehen. Kann ja mal passieren. Bis man um die Ecke biegt und den nächsten gleichwertigen Faux-pas erblickt. Die meinen das im Ernst!
 Liebe Frankfurter Verlage, hier hat Euer Lektorat gründlich versagt. Und offenbar hat es in all den Jahren noch keiner gemerkt, denn im Hauptbahnhof wird immer derselbe Pavillon mit derselben Beschriftung aufgebaut. Da hülfe es auch nicht, sich dahingehend herauszureden, dass in diesem Jahr Korea das Gastland der Buchmesse sei und man es deswegen vielleicht mit der deutschen Sprache nicht so genau nehmen müsse. Oder, dass das Ganze ja in Frankfurt stattfindet, wo man die abenteuerlichsten grammatikalischen Wendungen billigend in Kauf nimmt (siehe unten). So, das musste mal raus. Schöne Grüße auch an den Zwiebelfisch,
Ihne Ihr'n Klaus
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