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Sprachverhunzung: Parkanlagen
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Mister Wong
14.09.2005
Schleichend, aber auf immer breiterer Front bereiten findige Strategen sich auf die völlige Übernahme der Sprache zu kommerziellen Zwecken vor. Damit wir ein positives Bild von dem betreffenden Begriff bekommen, wird beschönigt, was das Zeug hält. Und das geht mittlerweile oft über die Grenze des Absurden hinaus.

Beispiel gefällig? Gerne: Das Wort "Park" verbindet man im allgemeinen mit gepflegtem Rasen unter hohen Bäumen, Naturnähe, Harmonie und Ruhe, allenfalls gelegentlich unterbrochen durch ein vorwitziges Eichhörnchen, das quer über den Weg und auf den nächsten Baum rennt.

Stadt- und Landschaftsplaner wissen um diese positive Assoziation. Schon vor längerer Zeit haben sie deswegen den Begriff "Gewerbepark" geprägt. Das klingt angenehm, jedenfalls deutlich besser als "Industriegebiet", womit man üblicherweise qualmende Schlote und vorbeidonnernde LKWs verbindet.

Den Gipfel leistet man sich jedoch mit der Benennung "Entsorgungspark". Welch ein treffliches Mittel, Bürgerinitiativen und betroffene Anwohner ruhigzustellen, indem man ihnen klar macht, dass es sich ja gar nicht um eine Mülldeponie oder gerne auch ein atomares Endlager handelt, sondern um einen "Park". Ach so, sagen wir und lehnen uns wieder zurück: Wenn das so ist, ist es ja gar nicht so schlimm.

Der Begriff hat es bislang nicht zum Unwort des Jahres geschafft, auch wenn er es verdient hätte. Andere waren noch schlimmer.

Weitere Beispiele für solche Euphemismen lauern überall. Die Deutsche Bahn etwa ("Regionalexpress") oder das amerikanische Militär ("Kollateralschaden") sind zuverlässige Lieferanten. Man muss nur hineingreifen und hat schon wieder ein Exemplar am Wickel. Von den Politikern ("Nullwachstum") einmal ganz zu schweigen.

Wir wollen hier auch weiterhin Klartext reden. Versprochen.

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