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Seit einigen Jahren gibt es - meist für die Windows-Plattform - fix und fertige Webserver-Pakete zum Herunterladen, die in der Regel eine vorbereitete Zusammenstellung von Apache, PHP, MySQL, Perl und manchmal noch weiteren Komponenten darstellen. Ich selbst habe vor Jahren mit einem solchen (mittlerweile veralteten) Paket namens FoxServ meine ersten Schritte unternommen. Eine schöne Sache für Einsteiger: Manche solcher Pakete wie z.B. XJ! sind sogar schon speziell für Joomla vorbereitet. Sie ermöglichen es ihnen, sehr schnell und ohne in technische Details einsteigen zu müssen, lokal eine lauffähige Joomla-Seite zu bauen. Das senkt die Einstiegshürde. Und genau das ist der Knackpunkt, denn das böse Erwachen kommt später. Wer mit einem solchen "Instant-Paket" arbeitet, der kratzt - technisch gesehen - nur an der Oberfläche und entwickelt kein Verständnis für die Zusammenhänge. Dieses Verständnis ist aber spätestens dann nötig, wenn der liebevoll entwickelte Auftritt nun ins Web gestellt werden soll. Ein Joomla-Administrator muss sich zwangsweise mit der grundsätzlichen Funktionsweise der Server-Komponenten auseinandersetzen - oder sich Hilfe holen, weil auf dem Webserver eben nicht das gleiche vorkonfigurierte Paket läuft. Und die diesbezüglichen Hilferufe sehen wir tagtäglich in den Joomla-Foren. Darüber hinaus gibt es eine weitere spezielle Problematik bei vielen "Instant-Paketen": Die Versionen der verwendeten Komponenten. Oft wird als Werbeargument angeführt, dass das Paket die allerneuesten Versionen von Apache, PHP und MySQL enthält. Das suggeriert höchste Aktualität und beste Leistungsfähigkeit. Schade nur, dass damit oft auch die neuesten Bugs enthalten sind - und die Kompatibilität zum produktiven Webserver weiter abnimmt. Denn kein Hosting-Provider, der bei klarem Verstand ist, installiert sofort nach Erscheinen die neuesten Versionen - es sei denn, ein akutes Sicherheitsproblem zwingt ihn im Einzelfall dazu. Vielmehr werden Webserver auf Stabilität ausgelegt und verwenden über lange Zeit erprobte Versionen von Apache, PHP und MySQL - die Release-Politik von Debian ist hier ein (vielleicht etwas extremes) Beispiel. Und damit ergeben sich für den Newbie schwer überwindbare Hürden: Der lokale Datenbankdump von MySQL 4.1 lässt sich auf dem Webserver mit MySQL 4.0 (oder gar noch einer Version 3.23) nicht unfallfrei einspielen. PHP ist auf dem Server anders konfiguriert, und die Seite läuft erst einmal gar nicht. Und so weiter und so weiter. Nicht, dass ich die fertigen Webserver-Pakete schlechtreden möchte - wenn man weiß, was man tut, kann man sie wunderbar einsetzen. Aber man sollte sehenden Auges herangehen und bereit sein, sich über die Interna zu informieren, wenn der Transfer eines Auftritts ins "richtige" Web bevorsteht. Persönlich bevorzuge ich die lokale Entwicklung auf einem System, das idealerweise genau identisch aufgebaut ist wie der Zielserver im Web. Betriebssystem, alle Programmversionen, Komponenten und die Verzeichnisstruktur entsprechen genau dem Webserver. So kann man bereits offline durchspielen, ob alles funktioniert, und sich sicher sein, dass das Übertragen später problemlos vonstatten geht. Und für zusätzliche Mobilität habe ich eine weitere Installation mit Apache, PHP und MySQL lauffähig auf einem USB-Stick dabei.
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Komisch, dass die Anbieter dieser System nicht darauf hinweisen, dass "einfaches Anwenden" nichts mit der Administration zu tun hat. Frontend und Backend -- nicht ohne Grund sind das zwei getrennte Begriffe, ebensowie wie Theorie und Praxis.
Web fr alle!
Gerne, aber hoffentlich mit etwas Niveau und (mehr) Verstand seitens der "Anbieter", sonst mssen wir sowas wie die DTP-Welle der 1980er schon wieder ber uns ergehen lassen.
Die 08/15-Sosse individuell eingefrbter Standardtemplates wird jetzt schon langweilig.
Aber lassen wir den Kids den Spa, vielleicht werden sie ja erwachsen.
Viel Spa