Ajax grotesk

Der Ajax-Hype treibt immer seltsamere Blüten. Joomlajax ist ein neues Plugin für Joomla, das den Wechsel zwischen den einzelnen Seiten innerhalb einer Website per Javascript erledigt.

Die Folge davon ist, dass der Seiteninhalt nicht mehr der URL entspricht, die in der Adresszeile des Browsers steht. Viel Spaß beim Verlinken oder Bookmarken (auch wenn vom Autor für das Bookmarken eine Sonderlösung gebastelt wurde).

Das Argument des schnelleren Ladens, da nicht immer wieder die komplette Seite geholt werden müsse, mag bei mir nicht ziehen. Mir wäre es nämlich neu, dass mein Browsercache irgendwie kaputt ist.

Und: Wer so argumentiert, sollte einem vielleicht nicht gleich 128 kB an Javascripts durch die Leitung drücken. So viel vermeldet das Firefox-Plugin Web Developer jedenfalls auf der dortigen Demo-Seite.

Joomlajax funktioniert nicht mit SEF (auch nicht dem in Joomla eingebauten) und ist logischerweise zickig gegenüber anderen Javascript-Bibliotheken, so dass der Autor ausdrücklich davor warnt, Templates zu benutzen, die eigene Javascript-Libraries mitbringen.

Ab in die Schublade "Sinnlose Spielereien".

Effekthascherei: AJAX-Tools für Joomla

Das Zauberwort AJAX geht auch an Joomla nicht spurlos vorbei. Wer ab und zu im Extension Directory vorbeischaut, stellt fest, dass immer mehr Zusatzmodule sich mit diesem Modewörtchen schmücken.

Damit ist in der Regel gemeint, dass sie allerlei putzige optische Effekte an Bord haben:

  • Bilder guckt man heutzutage mit Lightbox, Slimbox, Thickbox oder Greybox an.
  • Rückmeldungen zu Benutzerkommentaren müssen inzwischen mit schicken Fading-Effekten eingeblendet werden, damit man sie auch wahrnimmt.
  • Module fahren per Mausklick aus und verstecken ihre Inhalte dann verschämt wieder.

Auch die Template-Clubs lassen sich nicht lumpen und bauen immer mehr Effekte in Joomla-Templates ein, über deren praktischen Nutzen man durchaus streiten kann. Die neuesten Templates von RocketTheme und JoomlArt strotzen nur so vor AJAX-Klimbim.

Da wird es Zeit, einmal die Nachteile abzuklopfen, die der AJAX-Hype im Zusammenhang mit Joomla mit sich bringt.

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