Joomla und die GPL: Geschäftsmodelle für kommerzielle Entwickler

Nach dem GPL-Debakel haben sich viele kommerzielle Entwickler gedanklich ein Stück von Joomla wegbewegt, da sie sich im Joomla-Universum nicht mehr erwünscht fühlen. Ein Eindruck, der sicherlich nicht ganz unbegründet ist, wenn man sich ansieht, wie das Core-Team mit diesem Thema umgegangen ist.

Geschäftsmodelle unter Einbeziehung der GPL werden in diesem Zusammenhang oft als nicht überlebensfähig erachtet. Sind sie das wirklich nicht?

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SMF darf nicht mehr mit Joomla sprechen

Aufgrund der neuen Position des Joomla-Core-Teams bezüglich der Anwendung der GPL steht eine bekannte Bridge-Komponente, die Joomla und das Simple Machines Forum miteinander verbindet, nicht mehr zum Download bereit. Ihr Autor Orstio hat sich dazu entschlossen, sie zurückzuziehen und in Zukunft nur noch für andere Systeme weiterzuentwickeln. 

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Joomla und die GPL: Wie der Rider zustande kam

In den vergangenen Wochen hat die Joomla-Community eine Situation erlebt, die an ein Fiasko grenzt und deren Schaden noch nicht absehbar ist.

Auslöser war die überraschende Entscheidung des Core-Teams, dass alle Extensions unter die GPL gestellt werden müssten – obwohl das zu Zeiten von Mambo und auch noch nach der Abspaltung Joomlas ganz anders gehandhabt wurde:

Durch einen Lizenz-Zusatz ("Rider") war klargestellt, dass Entwickler von Extensions nicht an die GPL gebunden sind.

In den endlosen Diskussionen im Joomla-Forum – die mittlerweile abgewürgt und zensiert werden – wurde immer wieder das Zustandekommen dieses Zusatzes in Frage gestellt und immer öfter auch so dargestellt, als habe ein einzelner Entwickler ihn ohne Rücksprache in den Code aufgenommen.

Dieser Entwickler war damals Mitch Pirtle, und er findet diese Darstellung nicht lustig.

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Auf dem Rückweg zu Mambo?

Vor knapp zwei Jahren entschlossen sich die Mambo-Core-Entwickler, ihr Projekt abseits der Mambo Foundation unter eigener Regie weiterzuführen – daraus entstand Joomla. Weil praktisch die gesamte Community den Wechsel mitmachte, musste Joomla nicht wieder bei Null anfangen, sondern konnte auf eine Vielzahl von freien und kommerziellen Entwicklungen zurückgreifen. Diese Tatsache sorgte dafür, dass Joomla heute, nach relativ kurzer Zeit, ein echtes Schwergewicht in der CMS-Szene ist.

Die aktuelle Diskussion um die Auslegung der GPL könnte dafür sorgen, dass das Pendel jetzt in die andere Richtung ausschlägt und bei dem nach wie vor aktiven Mambo-Projekt einen regen Zulauf bewirkt.

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GPL-Fanatismus bei Joomla siegt über Vertrauen und Vernunft

Joomla und die GPL: Nun geht es also doch gegen die kommerziellen Entwickler.

Man muss sich das noch einmal auf der Zunge zergehen lassen. Das Core-Team hat zu Zeiten von Mambo und später bei Joomla kommerzielle Entwickler ausdrücklich eingeladen, ihre Extensions unter beliebiger Lizenz zu veröffentlichen, ohne an die GPL gebunden zu sein. Diese kommerziellen Entwickler haben sich darauf eingelassen, Existenzen gegründet, Extensions veröffentlicht (oft neben den kommerziellen auch weitere hilfreiche freie).

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Core-Developer hält kommerzielle Joomla-Komponenten für illegal

Ein neues Selbstzerfleischungs-Szenario tut sich für Joomla auf, angestoßen von Core-Developer Johan Janssens: Er vertritt die Ansicht, dass manche kommerzielle Extensions die GPL verletzen.

Sollte sich diese Ansicht durchsetzen, sieht es für Joomlas Zukunft düster aus.

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