Heute geht es um ein ausgesprochen lästiges Thema. Dies ist die dunkle Seite des Webmaster-Daseins. Das unkreative Pflichtprogramm. Schrecklich, im Ernst.
Backups sind ja bekanntlich was für Feiglinge. Aber diejenigen unter uns, die einen Webserver betreiben, kennen vielleicht das Gefühl, das einen beschleicht, wenn die Kiste auf einmal nicht mehr erreichbar ist:
Ups. Ob nur der Apache abgestürzt ist? Oder ist es etwas Schlimmeres? Hat vielleicht das Script, das ich vorgestern installiert habe, Fürchterliches angerichtet? Oder ist die Festplatte / das Mainboard / eine andere wichtige Komponente abgeraucht?
Herzschlag und Körpertemperatur steigen. Adrenalin wird ausgeschüttet. Wir gehen nervös auf und ab. Die beste Ehefrau von allen beginnt zu fragen, ob alles in Ordnung ist.
Irgendwann hat dann der Hosting-Provider die Maschine gebootet, die Website ist wieder da, und wir beruhigen uns allmählich.
Dass der letzte Zeitpunkt, an dem wir alles per FTP runtergesichert haben, vielleicht schon die eine oder andere Woche her ist, rückt erst einmal wieder in den Hintergrund, und wir sagen uns, na klar müssen wir uns dann mal bald um eine gute Backup-Routine kümmern. Aber da im Augenblick erstmal wieder alles funktioniert, hat das ja noch einen Moment Zeit. Und so lehnen wir uns wieder zurück – bis zum nächsten Adrenalinschub.
So, ihr Prokrastinatoren dieser Welt. Das ist unverantwortlich. Und ihr wisst es.
Shared Hosting
Wer auf einem Shared-Hosting-Account unterwegs ist, kann sich schlimmstenfalls nicht auf ein providerseitiges Backup verlassen. Wer die Möglichkeit hat, über eine Administrations-Oberfläche wie z.B. cPanel selbst Backups zu erstellen, sollte das tun – und sich die Backups in regelmäßigen Abständen herunterladen. Ansonsten eben per Handarbeit mit MySQLDumper und FTP. Das deckt bei Billighosting dann auch schon das Spektrum der Möglichkeiten ab. Ja, ihr Shared-Hosting-Kunden müsst euch zwingen, immer wieder diese lästige Aufgabe zu erledigen.
Der eigene Root-Server
Wer aber einen eigenen Server (oder auch einen VPS) mit Root-Zugriff betreibt, dem stehen weitreichende Alternativen zur Automatisierung von Backups offen. Und wer das nicht nutzt, ist selbst schuld. Vor allem, wenn mehrere Websites (und vielleicht sogar Kunden-Websites) auf dem Server gehostet werden. Aber es ist nicht wirklich schwierig. Das Root-Dasein bringt viele wunderbare Vorteile mit sich, und die werden wir nutzen. Dummerweise stößt man oft beim Recherchieren auf lauter Geek-Speak-Howtos, von denen man keine Ahnung hat, wie man sie für die eigene Situation konkret umsetzen kann.
Also genug der Vorrede – das hier heißt schließlich Klartext – und direkt zur konkreten Nutzung. Im ersten Schritt beschreibe ich, wie ich auf Root-Servern mit Debian vollautomatisch Backups wichtiger Dateien und der MySQL-Datenbanken in einem separaten Bereich auf dem Server anlege. Der zweite Teil des Artikels wird sich dann mit der weiteren Verarztung dieser Backups beschäftigen.
Weiterlesen: [Webserver-Backup für Dummies 1: Lokales Backup]
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